Wahlprogramm 2018

Unseren Campus selbst gestalten

Ressourcensparender Campus
Die Zahl der Studierenden und der Mitarbeiter*innen an der Universität steigt in den letzten Jahren stetig an. Umso wichtiger ist es, in allen Bereichen des Universitätsalltags
Ressourcen zu schonen. Dies beinhaltet sparsamen Wasserverbrauch und eine strikte Mülltrennung.
Auch dazu gehört unsere Forderung nach einer Mensa mit rein bio-zertifizierten Zutaten. Des Weiteren sollten die Bedingungen für das digitale Arbeiten ausgebaut werden, um den Papierverbrauch weiter zu reduzieren. Hierzu zählen mehr Arbeitsplätze mit Steckdosen, ein flächendeckender WLAN-Empfang und die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien. Auch die Förderung der Biodiversität auf dem Campus selbst wollen wir weiter vorantreiben, damit ein grünes Studieren Realität werden kann.

Mobilität
…ist nicht nur ein wichtiges Thema in einer nachhaltigen Gesellschaft, sondern auch im Alltag von uns Studierenden. Campus Grün Oldenburg spricht sich für die Erweiterung des Semestertickets auf ein landesweites Ticket und bis nach Groningen aus, worüber bei einer Urabstimmung bald
entschieden werden soll. Auch weiterhin wollen wir uns für ein umfangreiches Semesterticket einsetzten können, von dem möglichst viele Studierende profitieren. Das Fahrrad und der öffentliche Nahverkehr liegen bei uns besonders im Fokus. Mit zusätzlichen Fahrradstellplätzen und dem voranbringen von Bike-Sharing kann die Universität etwas dazu beitragen, dass die Straßen freier und die Luft sauberer werden.
Individuelles Studium
Menschen haben unterschiedliche und vielfältige Interessen und somit kann und muss nicht jeder Studiumsverlauf gleich sein. Ein Studium sollte nicht bedeuten, dass Menschen in Regelstudienzeit eine Liste von Pflichtmodulen abarbeiten, sondern sich im Studium Generale ihren Interessen entsprechend bilden und weiterentwickeln. Diese Weiterentwicklung muss sich nicht nur auf die Universität beschränken, sondern darf auch Ehrenämter miteinbeziehen. Studierende können einen guten Grund dafür haben, die sogenannte Regelstudienzeit zu überschreiten. Wir fordern deshalb neben einem freieren Studienverlauf und der Anerkennung von Ehrenamt auch die Abschaffung der Langzeitstudiengebühren. Individuelle Bedürfnisse möchten wir aber nicht nur im großen Rahmen anerkennen. Auch im Alltag wollen wir mehr Spielraum bei der Gestaltung des Studiums schaffen, weshalb wir uns für eine
Verlängerung der Öffnungszeiten der Mensa einsetzen.

Universität zum Wohlfühlen
Die Werbung externer Firmen auf dem Campus kritisieren wir und fordern die größte mögliche Unabhängigkeit unserer Universität von kommerziellen Interessen Dritter. Bildung und Wissenschaft profitieren schon immer von Kommunikation und Freiheit. Um Diskussion und das gemeinschaftliche Arbeiten der Studierenden zu fördern, muss die Universität mehr Innen- und Außenarbeitsplätze bereitstellen. In zunehmend verschulteren und stressigeren Studienverläufen sollen Ruheräume Gelegenheit zu Regeneration und Austausch bieten. Außerdem sollte die Instandhaltung der Universitätsgebäude gewährleistet werden. Raum für gemeinschaftliches Arbeiten bedeutet für uns auch, einen Campus zu nutzen, auf dem sich alle Studierenden jeden Geschlechts wohlfühlen können und keiner Diskriminierung ausgesetzt sind. Deshalb unterstützen wir die Forderung nach All-Gender-Toiletten in den Gebäuden der Universität und schätzen die Arbeit der autonomen Referate.

Pluralität in der Lehre
In den Geisteswissenschaften koexistieren unterschiedliche Sichtweisen der Welt. Studierende sollten verschiedene Theorien kennenlernen, um sich eine informierte Meinung bilden zu können. Aus diesem Grund fordern wir besonders im Bereich der Wirtschaftswissenschaften mehr Pluralität in der Lehre. Dies bedeutet für uns konkret Veranstaltungen zu Wirtschaftstheorien außerhalb der Neoklassik wie Marx oder Kant. Außerdem soll die Lehre im Bereich der Nachhaltigkeitsökonomie auf- und nicht abgebaut werden. Nachhaltigkeit sehen wir als Zukunftsthema an und wollen es an unserer Universität voranbringen.

Studentische Mitbestimmung
Unsere Universität bietet über 16 000 Studierenden einen Platz zum Lernen, hunderten Menschen einen Arbeitsplatz und etwa 200 Professor*innen eine Lehrstätte. Wichtige Entscheidungen, welche die Organisation dieser Institution ermöglichen, werden in einer Vielzahl von Gremien, Räten und Verfahren getroffen. Hierbei fordern wir eine stärkere Position der Studierenden in richtungsweisenden Entscheidungen dieser Gremien. Wir alle als Studierendenschaft zusammen stellen nach unserer Überzeugung eine bedeutende Säule des universitären Systems dar. Deshalb wollen wir die studentische Mitbestimmung weiter stärken und fordern ein konsequentes Einbinden von studentischen Vertreter*innen in alle Gremien und Gestaltungsprozesse.